Bleiben Sie immer auf dem Laufenden mit
unserem monatlichen Newsletter.
Stressbewältigung für Alleinerziehende
Das Leben als alleinerziehende Mutter ist oft ein Drahtseilakt zwischen Erwerbsarbeit, Kinderbetreuung, Haushaltsführung und der oft vernachlässigten Pflege der eigenen Bedürfnisse. Zu häufig geraten die persönlichen Bedürfnisse in den Hintergrund, was den Stress nur noch verschärft. In diesem Blogpost möchte ich einige bewährte Stressmanagement-Strategien vorstellen, die sich als nützlich für alleinerziehende Eltern erweisen können, einschließlich der positiven Auswirkungen der Achtsamkeit.
Prioritäten setzen
Bei so vielen Aufgaben und Verpflichtungen ist es wichtig, Prioritäten zu setzen. Fragen Sie sich: Was muss wirklich erledigt werden und was kann warten? Indem Sie Ihre Aufgaben priorisieren, können Sie sich auf das Wesentliche konzentrieren und sich etwas Stress nehmen.
Zeit für sich selbst
Zeit für sich selbst ist mehr als ein Luxus; es ist eine Notwendigkeit, besonders für alleinerziehende Eltern, die sich ständig in der Rolle der Versorger*in finden. Selbst kurze Auszeiten können Wunder wirken. Denken Sie daran, dass es nicht egoistisch ist, sich selbst Zeit zu nehmen. Es ist wie der Sauerstoffmasken-Hinweis in Flugzeugen: "Setzen Sie zuerst Ihre eigene Maske auf, bevor Sie anderen helfen."
Ob Sie es glauben oder nicht, ein 15-minütiges Bad, ein kurzes Yoga-Workout oder einfach nur 10 Minuten still sitzen und einen Kaffee genießen, können Ihre Batterien aufladen. Diese ruhigen Momente erlauben es Ihnen, sich auf Ihre Bedürfnisse zu fokussieren, Ihre Gedanken zu ordnen und sich mental für die Herausforderungen des Tages zu wappnen.
Achtsamkeit
Achtsamkeit bedeutet, im gegenwärtigen Moment ganz präsent zu sein. Es geht darum, Ihre volle Aufmerksamkeit auf das Hier und Jetzt zu richten und dabei die ständigen Gedankensprünge zu reduzieren, die oft Stress verursachen. Anstatt sich über vergangene Fehler oder zukünftige Herausforderungen Gedanken zu machen, können Sie durch Achtsamkeit lernen, den Moment in all seinen Einzelheiten wertzuschätzen. Das könnte so einfach sein wie das bewusste Atmen oder das aufmerksame Zuhören, wenn Ihr Kind spricht. Achtsamkeit hilft Ihnen, eine Pause vom hektischen Alltag zu machen, Ihren Geist zu beruhigen und einen besseren Umgang mit Stress zu finden.
Soziale Unterstützung
Ein gutes Netzwerk aus Freunden, Familie und sogar Nachbarn kann in stressigen Zeiten eine unschätzbare Ressource sein. Alleinerziehende Mütter stehen oft vor der Herausforderung, viele Rollen gleichzeitig zu erfüllen, und die Belastung kann sich schnell summieren. Deshalb ist es von entscheidender Bedeutung, nicht zu zögern, um Hilfe zu bitten. Ob es sich um praktische Unterstützung wie die Kinderbetreuung, das Erledigen von Einkäufen oder einfach nur um emotionale Unterstützung in Form eines offenen Ohrs handelt, die Vorteile eines starken sozialen Netzwerks sollten nicht unterschätzt werden.
Darüber hinaus können Babycafés oder Online-Communities speziell für Alleinerziehende eine ausgezeichnete Möglichkeit bieten, Erfahrungen auszutauschen, Ratschläge zu erhalten und sich weniger isoliert zu fühlen. Diese Netzwerke bieten oft auch die Möglichkeit, nützliche Ressourcen zu teilen, sei es eine vertrauenswürdige Babysitter-Liste oder Empfehlungen für kinderfreundliche Aktivitäten, die sowohl Spaß machen als auch erschwinglich sind.
Das Bitten um Hilfe ist kein Zeichen von Schwäche, sondern vielmehr ein Zeichen von Stärke. Es zeigt, dass Sie Ihre Grenzen kennen und gewillt sind, für Ihr Wohl und das Ihrer Kinder zu sorgen.
Professionelle Unterstützung
Manchmal reicht die Unterstützung aus dem sozialen Umfeld nicht aus. In solchen Fällen kann Hilfe in Form von professioneller Beratung oder Begleitung sinnvoll sein.
Fazit
Stress ist für alleinerziehende Eltern oft ein ständiger Begleiter. Doch es gibt viele Wege, wie Sie den Stress managen können. Ob es das Setzen von Prioritäten, das Finden von Zeit für sich selbst, die Anwendung von Achtsamkeit, soziale Unterstützung oder professionelle Hilfe ist – es ist wichtig, dass Sie Wege finden, um sich selbst in dieser anspruchsvollen Lebensphase nicht zu vergessen.
Maaike Kohler ist psychologische Beraterin in eigener Praxis im 7. Bezirk in Wien. Sie arbeitet seit einigen Jahren ehrenamtlich für die St. Elisabeth-Stiftung, indem sie Klient*innen mit psychosozialen Gesprächen unterstützt.
www.maaikekohler.at
St. Elisabeth-Stiftung in Wien