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Jobsuche
Die Jobsuche in Wien war eine der schwierigsten, aber auch lehrreichsten Phasen in meinem Leben. Nach meinem Bachelor-Abschluss in Publizistik dachte ich, dass es jetzt einfacher werden würde – doch genau das Gegenteil war der Fall. Immer wieder erhielt ich Absagen, und weil ich nicht muttersprachlich oder zweisprachig Deutsch kann, war es für mich auch noch besonders schwierig, im Bereich Kommunikation Fuß zu fassen. Ich fühlte mich oft entmutigt und fragte mich, ob ich jemals einen Job finden würde, der meinen Qualifikationen entsprach.
Die Jobsuche in Wien war eine der schwierigsten, aber auch lehrreichsten Phasen meines Lebens. Nach meinem Bachelor-Abschluss in Publizistik war ich überzeugt, dass es jetzt einfacher werden würde – aber genau das Gegenteil war der Fall. Immer wieder hagelte es Absagen. Als jemand, der nicht muttersprachlich Deutsch spricht, war es besonders schwer, im Kommunikationsbereich Fuß zu fassen. Oft fragte ich mich: Werde ich jemals einen Job finden, der meinen Qualifikationen entspricht?
Nur im ersten Jahr in Wien musste ich nicht arbeiten. Doch danach war es schlichtweg notwendig, neben meinem Studium zu jobben. Der Euro wurde immer teurer im Vergleich zu meiner Heimatwährung, und es machte keinen Sinn mehr, weiterhin Geld aus dem Iran zu bekommen. Anfangs war die Sprache mein größtes Hindernis. Ich konnte nicht einfach die Jobs annehmen, die ich mir gewünscht hätte. Oft musste ich Vorlesungen verpassen, um arbeiten zu gehen, und am Ende des Semesters fehlte mir dann die Zeit, um mich auf die Prüfungen vorzubereiten. Nicht selten bin ich daran gescheitert.
Trotz der Hürden schaffte ich es schließlich, mein Studium abzuschließen. Meine Deutschkenntnisse wurden besser, und ich bekam sogar einen Job als Tutorin an der Uni. Aber der wirklich harte Teil kam nach dem Abschluss.
Ich habe unzählige Bewerbungen geschrieben und fast genauso viele Absagen erhalten. Jede einzelne tat weh. Ich war wütend – auf das System, auf die Situation. Es fühlte sich an, als wäre ich Opfer der Umstände: Eine Frau in einem fremden Land, deren Deutsch nicht perfekt ist und die sich in einem Berufsfeld bewirbt, in dem Sprache der Schlüssel ist. Es gab Momente, in denen ich meine eigenen Fähigkeiten und Erfolge nicht mehr sehen konnte. Selbst meinen Job als Tutorin an der Universität konnte ich nicht richtig wertschätzen, weil all die anderen Absagen so entmutigend waren. In der Zwischenzeit habe ich einen richtigen Höhepunkt erlebt, voller Hoffnung und Zuversicht, denn ich habe endlich ein Praktikum begonnen. Ich habe wirklich gedacht, dass es nun endlich mein Sprungbrett ist, eine Chance, die sich mir nie wieder bietet. Leider hat sich diese Freude nicht lange gehalten, denn durch einen kleinen, aber folgenschweren Fehler und einige Schwierigkeiten beim AMS habe ich alles wieder verloren.
Zwei Jahre lang ging es so weiter. Bewerbungsgespräch nach Bewerbungsgespräch, ohne Erfolg. In dieser Zeit habe ich zahlreiche Online-Kurse gemacht, um mein Deutsch und Englisch zu verbessern, aber auch, um mein Selbstvertrauen wieder aufzubauen. Doch nach einer besonders harten Woche voller Absagen fühlte ich mich komplett leer und von der Welt abgekoppelt.
Inmitten all dieser Frustrationen entschied ich mich, mein Schicksal selbst in die Hand zu nehmen. Ich wusste, dass ich nicht darauf warten konnte, dass mir jemand den idealen Job anbot. Also begann ich, andere Wege zu erkunden. Ich besuchte regelmäßig Netzwerktreffen und Events, um Kontakte zu knüpfen und mein eigenes berufliches Netzwerk aufzubauen. Außerdem engagierte ich mich freiwillig in meinem Fachbereich, um praktische Erfahrungen zu sammeln.
Heute bin ich immer noch auf der Suche nach einem Job in meinem Bereich. Aber ich sehe mich nicht mehr als Opfer. Ich sehe mich als eine starke Frau, die bereit ist, gesellschaftliche und systematische Barrieren zu überwinden. Egal, wie langsam es vorangeht oder welche Hindernisse mir in den Weg gestellt werden – ich baue mir meine Zukunft Schritt für Schritt auf.
Ich bin Shakiba, eine leidenschaftliche Bloggerin aus dem Iran, die seit 2016 alleine in Wien lebt und sich hier ein neues Leben aufbaut. Als neugierige Master-Studentin für Publizistik und Kommunikationswissenschaft schreibe ich neben meinem Studium und meiner Arbeit über meine Erlebnisse in meiner neuen Heimat. Meine Blogbeiträge fokussieren sich auf kulturelle Vielfalt, Integration und die alltäglichen Abenteuer des Lebens in Wien. Mit meinen Texten möchte ich Brücken zwischen verschiedenen Kulturen schlagen und meine Leser*innen auf eine Reise durch meine persönlichen Erfahrungen mitnehmen."
Foto: Mizunokozuki/pexels. Symbolfoto.
St. Elisabeth-Stiftung in Wien